Ein unglaublicher Run vom Villinger Dominik Koepfer beim ATP 1000 in Rom. Lange Corona-Pause, danach durchwachsene Auftritte bei den US Open und in Kitzbühel. Der Druck war da, endlich mal wieder an etwas Zählbares zu kommen, nachdem sein Stern letztes Jahr in Wimbledon und dann vor allem bei den US Open aufging und er in den Fokus der Öffentlichkeit geriet. Interviews, Titelseiten, alles was dazu gehörte. Doch Erfolge sind selten für die Ewigkeit, eher ein Wimpernschlag in unserer schnelllebigen Zeit. Man muss sich immer wieder von Neuem beweisen. Das ist nicht nur bei den Profis so. Auch im Jugendbereich wird man nach Erfolgen gehypt, schnell aber wieder fallen gelassen, wenn es nicht so läuft. Da wird dann nicht nach Verletzungen oder sonstigen persönlichen Empfindsamkeiten oder Problemen gefragt. Dominik kennt das aus seiner Jugendzeit eigentlich nicht. Es war lange ein “Hinterbänkler” für das große nationale Jugendtennis, nicht auf dem Zettel der Verbände. Er hatte seine sportliche Heimat in seinem Club. Er hatte nur etwas sich selbst zu beweisen und niemandem sonst.

Doch zurück zum aktuellen Turnier in Rom. Drei Mal 3-Satz Matches mit Satzrückstand, dann ein Sieg mit Matchball gegen und eine Runde später der unerwartete Erfolg gegen den Top 10-Spieler Monfils. Es folgte der Traum eines jeden Tennisspielers. Ein Match gegen die Nummer 1 der Welt. Wie geht man in ein solches Match? Genießen, Niederlage in Grenzen halten, auf Sieg spielen? Was geht da im Kopf eines Spielers vor? Bei 0:4 im ersten Satz hat das Gehirn von Koepfer vermutlich ziemlich gerattert. „Bekommen ich jetzt einen Nuller? Nicht so schlimm, ich spiele doch gegen Djokovic. Aber eigentlich doch peinlich oder?“ Ziemlich sicher war „Donne“ froh, als er sein erstes Spiel auf der Anzeigentafel hatte. Dann, im zweiten Satz spielte er plötzlich auf Sieg. Unglaublich eigentlich, aber vermutlich der richtige Weg.

Djoker zerhackte im Frust einen Schläger. Spätestens jetzt war der Pitbull in den Kopf des Weltranglistenersten gelangt. Vergessen der Gedanke, eine richtige Packung zu bekommen. Ein paar Minuten zwischen Loser und Held? Wobei der Begriff Loser natürlich im Kontext eines ATP 1000-Viertelfinals ein völlig falscher Begriff ist. Aber der Spieler selbst würde sich bei einem “Abschuss” so fühlen. Auch wenn jeder von außen sagen würde: “Hey was solls, gegen die #1 kann das ja wohl passieren.” Tennis spielt sich halt „zwischen den Ohren“ ab. Das darf man nicht vergessen, wenn man Matches beurteilt, vor allem nicht bei Jugendlichen. Denn alles was Dominik Koepfer im Kopf herumging, kann genauso bei irgendwelchen Jugendbezirksmeisterschaften passieren. Unterm Strich machen solche erlebten Erfahrungen einen Spieler aus. Und um Erfahrungen zu sammeln, braucht man Zeit. Zeit, die man jedem Spieler zugestehen sollte.

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