Mannschaftstraining organisieren

Übungen mit verschiedenen Zielgruppen

Dieselbe Übung mit einer Gruppe U 10 -Spieler und danach mit einer Oberliga Herrenmannschaft. Ist dies möglich?

Warum nicht, das liegt eigentlich sprichwörtlich in der Hand des Trainers. Mit etwas Fingerspitzengefühl und methodischen Gespür kann man eine Übung im Niveau sowohl nach oben als auch nach unten modifizieren. Manchmal muss man nur das Anspiel an die trainierende Gruppe anpassen, Spielregeln etwas erschweren oder vereinfachen oder die Pausengestaltung an das Alter und den Fitnessgrad anpassen. Eigentlich nicht allzu schwer, manchmal muss man es einfach nur probieren und da etwas Erfahrungen sammeln.

Du kannst ganz sicher mit ein und derselben Übung völlig verschiedene Zielgruppen ansprechen.

Schau dir das im Video unten an.

Der Trainingsaufbau

  • Einleitung

    Jede Trainingseinheit – egal mit welcher Zielgruppe und/oder Spielstärke – sollte einem methodischen Aufbau folgen. Im einleitenden Teil schafft man die optimalen Trainingsvoraussetzungen. Dies kann nach dem Warmup immer auch ein Einschlagen im Kleinfeld plus ein Kleinfeldspiel beinhalten. Das Einschlagen von der Grundline sollte dann alle Elemente enthalten, also Grundschläge, Volleys, Schmetterbälle und Aufschläge und Returns, unabhängig vom Thema.

  • Hauptteil

    Im Hauptteil steht das eigentliche Trainingsziel im Mittelpunkt wie etwa Technik, Taktik oder Kondition. In den Hauptteil kann man mehrere Übungen packen, die thematisch zueinander passen und natürlich auch das gleiche Trainingsziel verfolgen. Auf alle Fälle immer ein Abschluss-Spiel einbauen, wenn möglich mit Aufschlag und Return oder halt themenentsprechend als Abschluss passend zum Trainingsziel.  In der Regel  sollte es dann um Punkte gehen.

  • Ausklingen

    Der ausklingende Teil sollte dem Ausschlagen und Cool Down (Regeration) gewidmet sein, wenn genügend Zeit vorhanden ist. Ansonsten sollten sich die Spieler diese Zeit allein nehmen und sich außerhalb der Trainingseinheit die Regeneration zur Aufgabe machen. In den Themen “Functional Training” findest du jede Menge Übungen zur Regeneration. Nicht zu vergessen die Workshop-Videos von Silvester Neidhardt zum Thema Beweglichkeit und Triggern.

Trainingsmodelle

Welches Trainingsmodell wähle ich für die unterschiedlichen Gruppen? Wie wird dann gewechselt?

4 Spieler auf einem Platz oder 8 Spieler auf 2 Plätzen ist eine Oase – und leicht zu planen. Doch was ist mit einer Konstellation 2 Plätze und 5 oder 7 Spieler?

Platzaufteilung für 2 Plätze

Bei ungeraden Gruppen (Aufteilung 3/4 oder 2/3) macht der Wechsel auf Zeit am meisten Sinn. Die Rotation erfolgt am besten im Uhrzeigersinn. Jeder Spieler wechselt eine Position weiter.

Bei geraden Gruppen und der Verteilung 3/3, 2/4 oder 4/2 ist der Wechsel unterschiedlich möglich. Bei der Aufteilung 3/3 kann die ganze Gruppe wechseln, 2/4 und 4/2 der Wechsel einer 2er-Gruppe. Wichtig: alle Spieler durchlaufen dieselben Übungen. Das Zeitmanagement ist hier das A und O.

Grafik

In Grafik unten können die Spieler jederzeit in der Aufteilung 2/3 spielen (dann fallen die Positionen 3, 7 und 8 weg) ODER alle 8 (dann pausieren die Positionen 3,7 und 8 einfach eine gewisse Anzahl an Ballwechsel). Genauso  kann auch nur Position 3 oder 8 weggenommen werden. Wenn du auf die pulsierenden Punkte klickst, geht ein Beispielvideo für die Spielform auf.

1

VIDEO Anspiel in die Rückhandecke.

2

VIDEO Aufschlag gegen 2

Trainingsinhalte

  • Spielformen

    Bei Taktikaufgaben sollte man nicht abbrechen, sondern eher durchspielen, evtl. Big Point, um zum Ende zu kommen.  Bei Spielen auf Zeit kann man die Punkte zur nächsten Position mitnehmen und immer weiter addieren ODER für jedes gewonnene Spiel einen Matchpunkt vergeben. MERKE: gerecht kann es nur dann zugehen, wenn alle Spieler auch alle Spiele durchlaufen. Aber das funktioniert nicht immer – muss es auch nicht.

  • Drills

    Bei konditionellen und/oder technischen Aufgaben sind Drills das Mittel der Wahl, da dies durch die Belastungsdosierung oder Anzahl Wiederholungen bestimmt wird. Auf einem Platz steuert das der Trainer, auf dem Nebenplatz trainieren die Spieler einen themenverwandten Drill oder eine Spielform. Sobald der Trainer auf Platz 1 fertig ist und seine Spieler eine Pause brauchen, kann er auf Platz 2 die Spielform noch beobachten und dann beenden, wenn der Wechsel ansteht. (siehe Grafik)

  • Aufgabenverteilung

    Die Aufgabenverteilung muss passen. Drills/Spielform, Drill/Drills oder Spielform/Spielform ist in jeder Kombination möglich. Auch hier ist das Zeitmanagement wichtig. Was problematisch wird, ist die Kombination von konditionellen Drills auf einem Platz, deren Ende durch eine Spielform auf dem Nebenplatz bestimmt wird.